Wissenbasis

Hier finden Sie aktuelle Forschungsergebnisse und relevante Artikel zu folgenden Themen: Moor, Schmerz und Therapie.

Moor: Biochemische Wirkung

Die wichtigsten Wirkstoffgruppen bei Mooranwendungen stellen Huminstoffe und Östrogene dar. Huminsäure ist die am besten untersuchte Substanz im Torf. Über die Haut sowie Schleimhäute aufgenommen, erschwert sie die Neuaufnahme von Giftstoffen und fördert die Ausscheidung von in Zellen eingelagerten Schlackstoffen. Zudem beruhigt die vom Körper absorbierte Huminsäure ist die am besten untersuchte Substanz im Torf. Über die Haut sowie Schleimhäute aufgenommen erschwert sie die Neuaufnahme von Giftstoffen und fördert die Ausscheidung von in Zellen eingelagerten Schlackstoffen. Zudem beruhigt die vom Körper absorbierte Huminsäure die Nervenenden und trägt sekundär zur Entspannung der glatten und quergestreiften Muskulatur bei. Ebenfalls nachgewiesen ist die entzündungshemmende Wirkung der im Peloid enthaltenen Huminsäure welche durch den verminderten Abbau von Arachidonsäure erklärt wird. Die Öffnung der Kalziumkanäle führt global zur Aktivierung der Zellen (vgl. Göcke, 1993, p. 115-116 in Hollensteiner, 2004, S. 12ff). Hübner merkte 2002 an, dass das Grundproblem der Anerkennung von Torf als Wirkstoff in der Untersuchungsmethodik liegt. Da in einem Huminstoffpräparat kein Molekül dem anderen gleicht ist es bis dato nur schwer möglich, eine einzelne Wirkkomponente im Peloid zu identifizieren (vgl. Hübner, 2001 in Zeitschrift: forschende Komplementärmedizin, 2002, S. 45).

Die Hyaluronidasehemmung ist die zweite wesentliche biochemische Wirkung von Torf. Im Torf gelöste Östrogene hemmen das Enzym Hyaluronidase, das im Wesentlichen für den Abbau von Hyaluronsäure zuständig ist (vgl. Amelung, 2011, S. 264ff). Durch die Hyaluronidasehemmung steht vermehrt Hyaluronsäure zur Verfügung. Hyaluronsäure ist Bestandteil der Zellmatrix und vor allem im Knorpelgewebe verantwortlich für Druckfestigkeit, Wasserspeicherung und Schmiermittelfunktion. Das Krankheitsbild der Arthrose (Gelenkabnutzung) scheint bezüglich der östrogenen Wirkung der Moorbadetherapie als Hauptprofiteur.

Moor: Thermische Wirkung

Neben der kurz umschriebenen biochemischen Wirkung von Torf stellt die thermische Wirkung den zweiten Grundpfeiler einer klassischen Moortherapie dar. Torf speichert Wärme länger als andere Trägerstoffe und gibt diese äußerst kontinuierlich ab. Im Moorwasser liegt der "...Thermoindiffernzpunkt, also der Punkt, ab dem der Wärmestrom vom Medium zum Körper hin gerichtet ist, bei 38 Grad Celsius und damit deutlich höher als im Wasserbad." (Naucke, 1975 in Hollensteiner, 2004, S. 10) Auf diesem Weg können dem Körper, im Vergleich zu normalem Badewasser, eine bis zu siebenmal höhere Wärmemenge zugeführt und selbst tiefe Organbezirke versorgt werden. Bei der üblichen Verabreichung von Bädern zwischen 38° und 45°C für die Dauer von 20 Minuten erhöht sich die Körperkerntemperatur um bis zu 2 Grad Celsius. Diese Hyperthermie bleibt nicht auf die Dauer des Bades beschränkt sondern kann durch die anschließende Ruhephase in der Moor-Teilpackung noch verlängert werden. Moorpackungen wirken im Gegensatz zu Moorbäderrn sehr konzentriert und lokal.

Moor: Die mechanische Wirkung

Die mechanische Wirkung von Moorbädern entsteht vor allem durch das höhere spezifische Gewicht von Badetorf im Vergleich zum menschlichen Körper. In Moorbädern herrscht ein größerer Auftrieb als in reinen Wasserbädern - die so erreichte Scherelosigkeit vermittelt dem Badenden einen tiefen Entspannungszustand. Moorschwebstoffbädern sind gegenüber Moorbreibäder weniger belastend für das Herz-Kreislauf-System, das geringere spezifische Gewicht des Schwebstoffbades erzeugt jedoch etwas weniger Auftrieb als ein Breibad. Der orthostatische Druck des Moorwassers führt im perpheren Gewebe zu einer Entwässerung des Interstitiums. Im artieriellen System sinken systolischer und diastolischer Blutdruck geringfügig, lokale regulationsmechanismen der Arterienwände bewirken eine Tonusabnahme der Gefäßmuskulatur.

 

Therapiekrise - Kurkrise - Reaktion

Charakteristisch für eine intensive Moortherapie mit Bädern und Packungen sind mitunter auch heftige körperliche Reaktionen. Chronisch-entzündliche Krankheitsformen (z.B. Rheumatoide Arthritis) reagieren meist häufiger und stärker als degenerative Erkrankungsformen (z.B. Arthrose) ohne entzündliche Komponente. Die stärksten Reaktionssymptome treten nach Ende der ersten Therapiewoche auf. Die Stärke der Reaktion oder auch das Fernbleiben einer Therapiekrise hat keinen Einfluss auf den Therapieerfolg (vgl. Amelung, 2011, S.266).

Quellennachweise

Hollensteiner, Björn (2004). Beeinflussung der cutanen Druckschmerzwellen durch eine Ganzkörper-Moortherapie bei 40°C.
Dissertation, Universität Münster. Download 13.3.2009.
Link: http://miami.uni-muenster.de/servlets/DerivateServlet/Derivate-2037/gkmt.PDF

Amelung, Walther (Hrsg.) (2011). Balneologie und medizinische Klimatologie. Teil 2: Balneologie. Berlin: Springer-Verlag.

Forschende Komplementärmedizin und Klassische Naturheilkunde
(2009. Ausgabe 9. Moortherapie in der Rehabilitation - aktueller Stand der Forschung.

Download 10.9.2009. Link: www.karger.com/journals/fkm

Weiterführende Literatur: Gutenbrunner, Christopf (2004). Handbuch der Balneologie und medizinischen Klimatologie. Berlin: Springer-Verlag. Zu finden in: Unibibliothek AKH Wien

Schmerzen in der Brustwirbelsäule durch BH-Tragen

Einfluss des Unterbrustbandes des Büstenhalters auf die thorakale Beweglichkeit in der Sagittalebene:
Eine Klinische Studie

Master Thesis zur Erlangung des akademischen Grades

Master of Science

im Universitätslehrgang Musculoskeletal Physiotherapy

eingereicht von

Mag. Konrad Forstinger, BSc.

Matr.Nr.: 0055607

Zentrum für Medizinische Spezialisierungen

an der Donau-Universität Krems

Betreuerfachgutachter: Dr. Nikolaus Klepp

Fachbegutachter/in: Barbara Kern, PT MSc

Uni.-Prof. Mag. Dr. PhDr. Wilhelm Frank

Begutachter: Univ.-Prof. Dr. Stefan Nehrer

Laakirchen, 4. Jänner 2017

 

Abstract (deutsch)

Einführung: Frauen berichten in Therapiesituationen häufig von Schmerzen in der Brustwirbelsäule und dem Thorax, die mit dem Tragen von Büstenhaltern (BH) in Zusammenhang stehen. Das oftmals feste Endgefühl beim Springing-Test (P/A-Test) auf Höhe des Unterbrustbandes (UBB) des BHs gab Anstoß zur Hypothesenbildung. Bis dato gibt es keine Untersuchungen die sich mit der Auswirkung des UBB auf die Beweglichkeit der Brustwirbelsäule (BWS) auseinandersetzen. Methodik: 29 gesunde BH-Trägerinnen im Alter zwischen 30 und 60 Jahren nahmen an der Studie teil. Die Lokalisation des UBB an der BWS wurde auf der Haut markiert. Dann wurde die Beweglichkeit der BWS in der Sagittalebene mit einem Kypholordometer erhoben, wofür jede Probandin in flektierter, extendierter und neutraler Sitzposition vermessen wurde. Die Beweglichkeit je Messsegment errechnete sich aus der Winkeldifferenz einer Flexions- und einer Extensionskurve. Als Nebenmessparameter wurde die Spannungsstärke des UBB mit einer modifizierten Hängewaage erfasst. Ergebnisse: Entgegen den durch den P/A-Test ausgelösten Erwartungen weist das Messsegment des UBB stets (p=0,005) die höchste Beweglichkeit (UBB 6,21°) im Vergleich zu seinen Nachbarsegmenten (oberhalb des UBB 4,14°; unterhalb des UBB 6,02°) auf. Zudem korreliert die Körbchengröße, stellvertretend für die Brustgröße, positiv mit der Spannungsstärke des UBB (Mittelwert 910g). Darüber hinaus konnte ein positiver Zusammenhang zwischen der Zugstärke des UBB und dem Ausmaß der Beweglichkeitszunahme im UBB-Messsegment nachgewiesen werden. Schlussfolgerungen: Die Beweglichkeitszunahme der BWS auf Höhe des UBB ist in der Sagittalebene höchst signifikant nachweisbar und fachlich bemerkenswert. Folgen dieser lokalen Hypermobilität können mitunter eine vergrößerte neutrale Zone (Panjabi 1992) und Funktionsstörungen im Bewegungssegment (Böhni u. a. 2015) sein. Mögliche Auslöser der entdeckten Hypermobilität sind in einem sensomotorischen sowie in einem biomechanischen Modell beschrieben. Die Notwendigkeit der richtigen Anpassung des BHs an die Körpermerkmale seiner Trägerin wird durch diese Studie unterstrichen.

Stichworte Büstenhalter, BH, Unterbrustband, Kypholordometer, Lordometer, Beweglichkeit, Brustwirbelsäule, Biomechanik, Kyphose, weibliche Brust, Busen.

 

Abstract (english)

Introduction: In physiotherapy sessions female clients often mention discomfort in the thoracic spine and the chest triggered by wearing bras. Furthermore, the Springing-test (P/A-test) appears to show stiffness in the region of the bra’s band in the thoracic spine. Those empiric findings led to investigate the influence of the bra’s band on the range of motion (ROM) of the thoracic spine, which has not been analysed so far. Methods: The mobility of the thoracic spine was measured on 29 healthy female subjects. Participants were between 30 and 60 years old and were used to wearing bras for at least 15 years. After having marked the localisation of the bra’s band ROM of the spine in the sagittal plane was measured with a kypholordometer. The shape of the spine (flexion, extension and neutral position) was plotted for each woman.  ROM was then calculated on the basis of two curves, for example flexion-curve minus extension-curve for full range of motion. The design of this study allowed comparing ROM in the area of the bra’s band with ROM in the neighbouring areas. Furthermore, tension of the band was evaluated with a modified spring scale. Results: ROM in the area of the bra’s band is always higher (6.21°) than in the neighbouring segments right above (4.14°) and below (6.02°) the band. Those significant findings (p=0.005) stand in contradiction to the expectations that arose with P/A-testing. Furthermore, bra-size, and therefore breast-size, is positively correlated with tension on the band (mean value 910 grams).  Moreover, the results show that more tension on the band leads to more hypermobility in the area of the band. Conclusion: The increase of ROM in the sagittal plane of the spine under the bra’s band is strongly significant and technically notable. Hypermobility can lead to an increase of the neutral zone (Panjabi 1992) and induce malfunction of the motion segment (Böhni u. a. 2015). Sensomotoric processing and biomechanical changes can possibly explain the cause of this so far unknown influence of the bra. All the more, this study shows again that it is important for women to use correctly fitted bras.

Keywords bra, bra band, kypholordometer, lordometer, range of motion, thoracic spine, biomechanics, kyphosis, female breast, bust.

1      Einleitung

Das Brustgewebe junger Frauen entwickelt mehr Festigkeit, wenn sie das Tragen von Büstenhaltern (BH) aufgeben, so Pierrot in ihrer Studie aus dem Jahr 2003 (Pierrot und Rouillon 2003). Diese Studie gab Anstoß zu großem medialen Interesse (Rouillon 2013a), und viele Frauen begannen die Funktion, die Notwendigkeit und die Auswirkung des BHs auf den Körper zu hinterfragen.

Die vorliegende klinische Studie versucht einen Zusammenhang zwischen dem Tragen von Büstenhaltern mit Unterbrustbändern (UBB) und Bewegungseinschränkungen in der Brustwirbelsäule aufzudecken. Dysfunktionen in der thorakalen Wirbelsäule können lokale Schmerzen verursachen, haben jedoch auch weitreichende Folgen für entferntere Körperabschnitte. So begünstigt eine hypomobile Brustwirbelsäule beispielsweise das Auftreten von Schulterimpingement (Meurer u. a. 2004). Auch Theisen konnte in ihrer Studie zur Beweglichkeit der Brustwirbelsäule bei von Schulterimpingement Betroffenen darstellen, dass die mittlere und untere thorakale Wirbelsäule vermehrte Hypomobilität aufweist (Theisen u. a. 2010).

Untersucherinnen und Untersucher befunden die thorakale Wirbelsäule unter anderem mit einem punktuellen Schub von posterior nach anterior. Der sogenannte P/A-Test gilt als Standardtest unter Manualtherapeutinnen und Manualtherapeuten und lässt Rückschlüsse auf die segmentale Steifigkeit zu. Jedoch, wie Binkley und auch Heiderscheit erarbeiteten, weist der P/A-Test an der Wirbelsäule eine geringe Reliabilität und Validität auf (Binkley u. a. 1995; Heiderscheit und Boissonnault 2008). Nichtsdestotrotz war es der häufig auffällige P/A-Test auf Höhe des BH-Verschlusses, der Anstoß zur genaueren Untersuchung des Steifigkeitsphänomens in der mittleren Brustwirbelsäule von Frauen gab.

Eine alternative Messmethode anstelle des P/A-Tests stellt das Kypholordometer dar. Dieses Messgerät bildet die Kontur der Wirbelsäule in der sagittalen Ebene ab. Ausgezeichnet durch bessere Validität als der P/A-Test (Barrett u. a. 2014) ermöglicht das Lordometer durch Subtraktion der Messkurven für Wirbelsäulenflexion und -extension die Berechnung von Beweglichkeit (ROM). Der Bau des in der vorliegenden Arbeit verwendeten Kypholordometers wurde vom Studienleiter in Auftrag gegeben, das Design orientierte sich rudimentär am Kypholordometer von Souza (Souza u. a. 2009).

Im Frühjahr und Sommer 2016 wurde die Wirbelsäulenbeweglichkeit von 29 gesunden Probandinnen in der Sagittalebene gemessen. Unmittelbar vor der Messung wurde der das Unterbrustband tragende Brustwirbelabschnitt markiert. Dadurch konnte in der statistischen Auswertung ein Beweglichkeitsvergleich zwischen Messabschnitten mit und ohne UBB angestellt werden.

Im Kapitel „Theoretische Grundlagen“ wird auf die physiologische Mobilität der Brustwirbelsäule und auf dessen Biomechanik eingegangen. Der methodische Teil der Arbeit stellt das Studiendesign vor und geht detailliert auf die Auswahlkriterien und die Beschaffenheit des Messinstrumentes ein. Am Ende der These werden die überraschenden Ergebnisse (p=0,005) präsentiert und interpretiert. In der abschließenden kritischen Diskussion und einem gewagten Blick in die Zukunft werden Hypothesen zum Wirkmechanismus des Unterbrustbandes anhand von zwei Modellen präsentiert. Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten können durch die Erkenntnisse aus dieser klinischen Studie Aufklärungsarbeit hinsichtlich möglicher Folgen des BH-Tragens an ihren Patientinnen leisten.

Die vorliegende Masterthesis ist mit der Auswirkung des Unterbrustbandes auf die Beweglichkeit der BWS in der Sagittalebene thematisch eng gefasst. Aus diesem Grund werden andere mögliche Auswirkungen des BHs, etwa auf das Brustgewebe oder den Schultergürtel, nicht betrachtet.

  1. 1 Hintergrund der Masterarbeit

Pierrot erforschte 2003 an 33 Frauen im Alter zwischen 18 und 25 Jahren die Auswirkungen des Nicht-Tragens von BHs. Die französische Ärztin kam in ihrer Longitudinalstudie zu dem Schluss, dass sich das Brustgewebe positiv anpasst und mehr Festigkeit entwickelt, wenn junge Frauen das Tragen von BHs aufgeben (Pierrot und Rouillon 2003). Die weite Verbreitung von BHs in Europa führt Pierrot vielmehr auf sozio-kulturelle Aspekte als auf medizinische Vorteile zurück.

Eine aktuelle Studie aus den Niederlanden erforschte 2010, dass rund 5% der ambulanten Patientinnen und Patienten in Holland aufgrund von Schmerzen in der Brustwirbelsäule (BWS) behandelt werden (Kleef u. a. 2010). Eine Querschnittsstudie die in den Jahren 2002 bis 2005 an 3710 Männern und Frauen durchgeführt wurde weist auf einen eindeutigen Geschlechterunterschied in der Inzidenz von thorakalen Schmerzen hin. Nach Fouquet et al. liegt die Inzidenzrate von thorakalem Schmerz bei Männern bei 5,2 von 100 und bei Frauen bei 10,0 von 100 untersuchten Subjekten (Fouquet u. a. 2015).

Die segmentale Beweglichkeit der Brustwirbelsegmente variiert in Abhängigkeit von Alter, Brustwirbelsegment und Geschlecht (Barrett u. a. 2014; Morita u. a. 2014). Eine mögliche Erklärung für die höhere Inzidenzrate von thorakalen Schmerzen unter Frauen könnte im Tragen von Büstenhaltern bzw. dem eng anliegenden Unterbrustband des BHs liegen. Das dem Thorax eng anliegende Textil könnte für thorakale Bewegungseinschränkungen verantwortlich sein und auch die Grundlage für thorakale Schmerzen bilden. Die aktuell schwache Studienlage zum Thema Büstenhalter wurde im Jahr 2013 von Medizin-Transparent.at, einem Informationsservice von Cochrane Österreich, unterstrichen:

Ob das Nicht-Tragen von BHs medizinische Vorteile mit sich bringt, kann mangels Studien nicht beantwortet werden. Einige Studien weisen darauf hin, dass Büstenhalter Brustschmerzen verhindern können, die Arbeiten sind allerdings methodisch schwach und haben so gut wie keine Aussagekraft.“ (Wipplinger 2013) Auch Rouillon stellte fest, dass bis zum Jahr 2013 weltweit keine einzige Studie die Vorteile des BH-Tragens untersuchte (Rouillon 2013a).


  1. 2 Forschungsfragen und Hypothesen
Forschungsfragen und Hypothesen
Forschungsfragen Forschungsfrage 1: Weisen Frauen nach mehrjährigem Tragen von Büstenhaltern mit Unterbrustband eine veränderte sagittale Beweglichkeit des betroffenen BWS-Abschnittes im Vergleich zu den Nachbarabschnitten auf?
Forschungsfrage 2 (falls Forschungsfrage 1 bestätigt): Hat die Zugstärke der Einengung durch das Unterbrustband einen Einfluss auf das Ausmaß der Beweglichkeitseinschränkung?
Haupthypothese H1 Durch die Nullhypothese (H0-1) wird angenommen, dass die Einengung des BWS-Abschnittes durch das Unterbrustband des BHs keinen Effekt auf die Beweglichkeit dieses Abschnittes hat.
Durch die Alternativhypothese (H1-1) wird angenommen, dass die Einengung des BWS-Abschnittes durch das Unterbrustband zu einer veränderten Beweglichkeit in diesem Abschnitt führt.

Nebenhypothese H2

Als Nullhypothese (H0-2) wird angenommen, dass das Ausmaß der Einengung nicht mit dem Ausmaß der Beweglichkeitsveränderung korreliert.
Als Alternativhypothese (H1-2) wird angenommen, dass das Ausmaß der Einengung mit dem Ausmaß der Beweglichkeitsveränderung korreliert.

Tabelle 1: Forschungsfragen und Hypothesen

  1. 3 PICO-Schema
Darstellung der Forschungsfrage im PICO-Schema
Population Frauen die BHs tragen, BH-Verwendung mehr als 15 Jahre.
Intervention Es wurde keine Intervention gesetzt. Das Tragen von BHs stellt einen möglichen Einflussfaktor auf die Beweglichkeit der BWS dar.
Comparison Es wurde keine Kontrollgruppe gebildet.
Outcome Das Messgerät erfasst die Kontur der BWS. Eine trigonometrische Formel berechnet auf Basis dieser Distanzmessung den Winkel an einzelnen Messpunkten. Als Ausdruck von Beweglichkeit pro Messstelle wird die Differenz der Winkel bei Flexion, Extension und Neutralposition berechnet.

Tabelle 2: PICO-Schema

  1. 4 Ziel der Arbeit

Durch diese klinische Studie sollen die negativen Auswirkungen des BH-Tragens auf das Bewegungsverhalten der Brustwirbelsäule dargestellt werden. Die Studie dient der Untermauerung von Pierrots Arbeit, in welcher vor allem soziokulturelle Aspekte und keine medizinischen Vorteile durch das Tragen von Büstenhaltern identifiziert wurden (Pierrot und Rouillon 2003).

In vergangenen Studien wurde der Forschungsschwerpunkt auf BH-Trägerbänder und die Brustgröße gelegt (Coltman u. a. 2015). Die Auswirkung der Unterbrustbänder von BHs ist noch nicht erforscht. Eine naheliegende Auswirkung dieses Hauptlastträgers des Brustgewichts könnte jedenfalls in der Mobilität der Brustwirbelsäule zu finden sein. Die Frage, ob dabei die Spannungsintensität als beitragender Faktor anzusehen ist, wurde im Studiendesign berücksichtig und Messwerte dazu als Nebenparameter erhoben.

Durch die Erkenntnisse aus dieser Studie soll neues Wissen zu den Auswirkungen des Unterbrustbandes auf die Brustwirbelsäule generiert werden. Therapeutinnen und Therapeuten sollen zukünftig Kundinnen im Rahmen von edukativen Maßnahmen über mögliche Folgen von schlecht angepassten BHs aufklären können.

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